Abzeichen der Welt- und Europameisterschaften im Gewichtheben, 1966
Foto: Sportmuseum Berlin, Nathalie Becker
Am 27. Oktober startet die IWF World Championships in Ningbo, China. Bis zum 8. November messen sich die stärksten Gewichtheber:innen aus aller Welt. Die Weltmeisterschaft im Gewichtheben in Berlin fand zuletzt vor 60 Jahren, im Oktober 1966, in der Dynamo-Sporthalle (heute Sportforum Hohenschönhausen) statt.
Unser Objekt des Monats ist ein Veranstaltungsabzeichen von der teilnehmenden Presse. Abgebildet ist eine Figur, die von Ost-Berlin aus über die Erde hinaus eine Langhantel in die Höhe drückt. Das Abzeichen ist geprägt mit dem Text „Welt- und Europameisterschaften“. Im Jahr 1966 existierte noch kein europäischer Verband. Daher verlieh der Weltverband bei diesen Wettkämpfen Titel für beide Meisterschaften.
Gewichtheberinnen nahmen an dieser Weltmeisterschaft nicht teil: Der Weltverband ließ sie erst 1991 zu. Erst dann fand eine gemeinsame Weltmeisterschaft für Frauen und Männer statt. Die Athleten der Weltmeisterschaft von 1966 traten noch in drei Disziplinen an. Neben dem Reißen und Stoßen war auch das Drücken bis 1972 Bestandteil von internationalen Wettkämpfen. Dabei wurde eine Langhantel umgesetzt und dann mit gestreckten Beinen über den Kopf gedrückt.
Am 4. September startet die 20. Basketball-Weltmeisterschaft der Frauen in Berlin. Austragungsorte sind die Uber Arena und die Max-Schmeling-Halle. Unser Objekt des Monats ist der Basketball der ALBA-Frauen aus dem Jahr 2023 mit Unterschriften aus dem Team. Sie stammen unter anderem von Marie Berthold (#4), Tessa Stammberger (#6), Leoni Kreyenfeld (#7), Nina Rosemeyer (#11), Lena Gohlisch (#12), der Sportphysiologin Elisa Lierhaus und Assistenztrainerin Sasha Tarasava. ALBA Berlin hat sein Frauenteam in der Saison 2008/09 gegründet. Die Abkopplung der Damen-Basketball-Bundesliga (DBBL) vom Deutschen Basketball Bund (DBB) im Jahr 2021 gilt als Beginn des professionalisierten Frauenbasketballs in Deutschland. 2022 gelang den ALBA-Frauen der Aufstieg in die erste Liga. Schon zwei Jahre später gewannen sie die Deutsche Meisterschaft. Zum Auftakt der Basketball-WM findet in Berlin am 1. und 2. September die FUTURE LEAGUE Fach-Konferenz statt. Die FUTURE LEAGUE Berlin vereint etwa 100 Projekte, Organisationen und Nachhaltigkeitsmaßnahmen, die im Kontext der UEFA EURO 2024 in Berlin entstanden sind. Sie schafft Aufmerksamkeit für die nachhaltige Ausrichtung des Berliner Sports und ist gleichermaßen Netzwerk als auch Plattform. Die Konferenz bringt Menschen aus Sport, Politik, Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft zusammen, um gemeinsam über die Zukunft nachhaltiger Sport(groß)veranstaltungen nachzudenken. Auch das Sportmuseum Berlin ist Teil der FUTURE LEAGUE.
Im Juli 1936 sollte in Barcelona die «Olimpiada Popular» stattfinden, um gegen die Olympischen Spiele in Berlin zu protestieren. Am Eröffnungstag wurde die katalanische Metropole aber Schauplatz heftiger Kämpfe – der spanische Bürgerkrieg hatte begonnen. Zahlreiche Athletinnen und Athleten schlossen sich den Milizen zur Verteidigung der Republik an.
Christian Koller
Christian Koller ist Direktor des Schweizerischen Sozialarchivs, Titularprofessor für Geschichte an der Universität Zürich und Co-Leiter des Forschungsprojekts «Fascism in Switzerland» an der Universität Fribourg.
Dieser Beitrag erschien zuerst am 21. Juli 2026 im Blog des Schweizerischen Nationalmuseums. Die Erstveröffentlichung ist [hier] abrufbar.
Zwei dumpf rollende Detonationen wecken mich. ‹Das Eröffnungsschiessen für die Volksolympiade›, denke ich, drehe mich auf die andere Seite und schlafe weiter. Einige Pistolenschüsse ganz in der Nähe unserer Pension lassen mich auffahren. Kurze Maschinengewehrsalven fahren dazwischen.» Der am 30. Juli 1936 im Bund publizierte dramatische Erlebnisbericht eines Berner Gymnasiasten, der in den Sommerferien auf einer Velotour nach Frankreich und Spanien in Barcelona Station gemacht hatte, wies auf eine zeitliche Koinzidenz hin: Am Tag der ersten Bürgerkriegskämpfe in der katalanischen Metropole hätte dort ein grosses internationales Sportfest eröffnet werden sollen. Dafür war auch eine grosse Schweizer Delegation gemeldet.
Politisierter Sport
Entgegen der Lebenslüge vom «unpolitischen Sport», welche die Sportverbände bis heute hochhalten, war Sport bereits in der Zwischenkriegszeit hoch politisiert. Die Siegermächte des Ersten Weltkriegs hatten 1919 als sportliche Siegesfeier «Interalliierte Spiele» in Paris veranstaltet und Deutschland bis Mitte der 20er-Jahre vom internationalen Sport ausgeschlossen. Als Reaktion gab es 1922, 1926 und 1930 mit den «Deutschen Kampfspielen» nationalistische Gegen-Olympiaden. Die 1920 in Luzern gegründete Sozialistische Arbeitersport-Internationale (SASI) organisierte 1925 die erste Arbeiterolympiade. Die zweite Austragung dieser Veranstaltung 1931 im «Roten Wien» war dann mit 25’000 Athletinnen und Athleten aus 17 Ländern der bis dahin grösste internationale Sportanlass und umfasste neben den Wettkämpfen auch kulturelle Veranstaltungen sowie eine gigantische Demonstration von 100’000 Menschen für Frieden und Völkerversöhnung.
Fackelzug auf der Wiener Ringstrasse beim Parlamentsgebäude an der Arbeiterolympiade 1931. Schweizerisches Sozialarchiv
Auch die neu entstehenden Diktaturen bedienten sich des Sports. Die 1921 in Moskau aus der Taufe gehobene Rote Sportinternationale (RSI) bezweckte eine kommunistische Weltsportbewegung, die sowohl den «bürgerlichen» Sport als auch den sozialdemokratischen Arbeitersport verdrängen wollte. 1928 fand in Moskau eine Internationale Spartakiade statt, eine in den frühen 30er-Jahren geplante Weltspartakiade, für die in Moskau das grösste Sportzentrum der Welt erbaut werden sollte, wurde aber nie realisiert. Die Fussball-WM 1934 im faschistischen Italien wurde zur Propaganda-Show des Mussolini-Regimes. Als Reaktion fand in Paris ein «Internationaler Sportleraufmarsch gegen imperialistischen Krieg und Faschismus» statt. Für 1936 hatte das Nazi-Regime die noch vor 1933 vergebenen Olympischen Winter- und Sommerspiele geerbt.
Umstrittene Olympiaden in Nazi-Deutschland
Die Nazis standen der olympischen Bewegung an sich skeptisch gegenüber, nutzten die Spiele von 1936 aber geschickt für ihre propagandistischen Zwecke. Im Vorfeld der vom «Führer» eröffneten Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen kam es zu einem internationalen Skandal, als ein britischer Reporter ein Foto vom Schild «Juden Zutritt verboten!» am Vereinshaus des Ski-Clubs Partenkirchen publizierte. Die USA erwogen einen Boykott und St. Moritz anerbot sich als Ersatzort. Um einen Eklat zu vermeiden, liess die Nazi-Führung in der Umgebung von Garmisch-Partenkirchen antisemitische Plakate vorübergehend entfernen.
TV-Dokumentation über die olympischen Winterspiele von 1936 in Garmisch-Partenkirchen.YouTube / Nr. 1 Dokus
Noch viel grösser war die propagandistische Instrumentalisierung der Sommerspiele, die Anfang August 1936 in Berlin stattfanden. Als Olympiagelände wurde das gigantische «Reichssportfeld» errichtet, die mediale Verbreitung sollte durch lückenlose internationale Rundfunkabdeckung, die Produktion eines grossen Olympia-Films und die Einrichtung von Fernsehstuben in Berlin und Umgebung sichergestellt werden. Als weiteres propagandistisches Element erfanden die Nazis den olympischen Fackellauf, bei dessen Passage durch die Tschechoslowakei es aber massive Proteste gab.
Adolf Hitler im Berliner Olympiastadion während der Sommerspiele von 1936.Wikimedia
Bereits nach der Zerschlagung der Weimarer Demokratie hatte es im Sommer 1933 internationale Proteste gegen Olympischen Spiele in der Hauptstadt des «Dritten Reiches» gegeben. Im Dezember 1935 wurde dann das Comité international pour le respect de l’esprit olympique ins Leben gerufen, das aus deutschen Exil-Intellektuellen sowie Vertretern britischer, französischer, niederländischer, skandinavischer, tschechoslowakischer und schweizerischer Boykottkampagnen bestand. Im Juni 1936 fand in Paris eine «Konferenz zur Verteidigung der Olympischen Idee» statt, an der Exil-Schriftsteller Heinrich Mann die Boykottforderung begründete. Seine Rede wurde im Wortlaut unter anderem vom Zürcher SP-Blatt Volksrecht abgedruckt. In Amsterdam gab es eine Kunstausstellung «Die Olympiade unter der Diktatur». SASI und RSI, die sich bislang heftig bekämpft hatten, erliessen einen gemeinsamen Boykottaufruf.Auch in der Schweiz gab es Proteste. Der Bund bewilligte aber schliesslich die Mittel für die Reise der Schweizer Delegation nach Berlin. Der freisinnige Bundespräsident Albert Meyer betonte wenige Tage vor der Eröffnung der Sommerspiele an einer Rede am Eidgenössischen Turnfest 1936 in Winterthur die dort manifestierte «Solidarität der Welt im Kleinen» und gab der Hoffnung Ausdruck, «damit dem Gedanken des Völkerfriedens gerade in der heutigen wirren Zeit einen Dienst zu leisten», und beklagte, dass «unsere politischen Ideale, die Demokratie […], die Freiheit […] manchenorts an Geltung verloren» hätten und «der Kultus der Gewalt […] in Europa einen Siegeszug halten» würde. Deutlicher war der Protest im Arbeitersport. So verhöhnten Vereine des Schweizerischen Arbeiter-Turn- und Sportverbandes (Satus) die «Hitler-Olympiade» mit theatralischen Darbietungen.
Der Bundespräsident von 1936 war der Freisinnige Albert Meyer.e-newspaperarchives
Keine wichtige Sportnation rang sich aber dazu durch, die Spiele in Berlin zu boykottieren. Die französische Linksregierung wollte vor der Pariser Weltausstellung 1937 keine Konfrontation. In der konservativen Regierung Grossbritanniens hatten «Appeasement»-Politiker das Sagen, die zu weitreichenden Zugeständnissen an Hitler bereit waren. In den USA war die von wichtigen Sportverbänden sowie dem Gewerkschaftsdachverband getragene Boykott-Bewegung zwar stark. Avery Brundage, der Vorsitzende des Olympischen Komitees der USA, war aber ein entschiedener Boykottgegner und organisierte für die entscheidende Abstimmung im Komitee eine knappe Mehrheit gegen den Boykott. Eine Teilnahme der Sowjetunion, die nach der Revolution die olympische Bewegung verlassen hatte, stand ohnehin nicht zur Debatte. Lediglich Spanien, dessen Wahlen im Februar 1936 vom linken Bündnis Frente Popular gewonnen worden waren, sagte seine Teilnahme ab.
«Volksolympiade» gegen «Hitler-Olympiade»
Der markanteste Kontrapunkt zu den Spielen in Berlin war die geplante Olimpiada Popular in Barcelona. Initiiert durch katalanische Linkskreise wurden innert drei Monaten Spiele organisiert, die 17 Sportarten sowie Veranstaltungen mit Volkstanz, Musik und Theater umfassen sollten. Schauplatz war das für die Weltausstellung 1929 gebaute Stadion Montjuïc. Nebst 8000 spanischen Athletinnen und Athleten wurden rund 3000 Gäste aus 22 Staaten, Kolonien und Mandatsgebieten erwartet. Sie entstammten mehrheitlich Organisationen des Arbeitersports und des Rotsports, aus einigen Ländern meldeten sich aber auch Mitglieder «bürgerlicher» Sportorganisationen an. Auch deutsche und italienische Exil-Teams waren angekündigt. Finanzielle Unterstützung erhielt die Veranstaltung von der katalanischen Regionalregierung sowie den Volksfront-Regierungen Spaniens und Frankreichs.
Plakat von Fritz Lewy für die Olimpiada Popular, welche für den Juli 1936 in Barcelona geplant war.Wikimedia
In der Schweiz weibelte vor allem der Satus für die Volksolympiade. Seine Geschäftsleitung erliess am 9. Juni den Aufruf: «Werktätiges Volk aller Länder! Beteilige dich an allen Veranstaltungen und Sportfesten, die die Volksolympiade vorbereitet!». Die Schweizer Delegation sollte im Fussball, Tennis, Basketball, Schwimmen, Leicht- und Schwerathletik, Turnen, Boxen, Schiessen, Schach und Boule sowie mit Jodel-Vorführungen teilnehmen. Im Fussball wurde neben der Landesauswahl noch je ein Regionalteam aus Basel und Genf nach Barcelona entsandt. Insgesamt umfasste die Schweizer Delegation 200 Athletinnen und Athleten sowie 400 weitere Personen.
Vom Stadion an die Front
Die Volksolympiade sollte vom 19. bis 26. Juli 1936 dauern und wenige Tage vor Beginn der Berliner Spiele enden. Zwei Tage vor der Eröffnung begann der Putsch der in Spanisch-Marokko stationierten Armeeeinheiten unter General Franco, der den spanischen Bürgerkrieg auslöste. Am Eröffnungstag war Barcelona Schauplatz blutiger Strassenkämpfe zwischen putschistischen Armeeeinheiten auf der einen und zivilen Sicherheitskräften und eilig aufgestellten Arbeitermilizen auf der anderen Seite. Zwar konnte der Putsch in der katalanischen Metropole niedergeschlagen werden, an eine Weiterführung der Volksolympiade war aber nicht zu denken. Stattdessen wurden dann die für Anfang August in Prag geplanten Volkssportspiele zu einer gegen Berlin gerichteten «Internationalen Freiheitsolympiade» aufgewertet.
Radiobeitrag über die Volksolympiade und die Kämpfe in Barcelona.YouTube / SWR
Einige Mitglieder der Schweizer Delegation befanden sich bei Ausbruch der Kämpfe bereits in Spanien. So strandete eine Gruppe von 18 Basler Arbeiterjodlern, die an der Eröffnungsfeier hätte auftreten sollen, zunächst ausserhalb Barcelonas und trat dann auf dem Seeweg nach Marseille die Heimreise an. Am 20. Juli erreichte eine mehrere Dutzend Menschen umfassende Satus-Delegation kurz vor der Abfahrt ihres Zuges am Hauptbahnhof Zürich die Nachricht der Verbandsleitung, dass nicht gefahren werden könne.Während die Mehrheit der ausländischen Delegationen nach Ausbruch der Kämpfe wieder abreiste, blieben Hunderte in Barcelona und schlossen sich der Verteidigung der Republik an. Insbesondere deutsche und italienische Exilantinnen und Exilanten griffen zu den Waffen. Aber auch mindestens acht Mitglieder der Schweizer Delegation traten in die Milizen ein und gingen an die Front, darunter die Basler Metallarbeiterin, Arbeiterschwimmerin und Anarchistin Clara Thalmann. Zusammen mit ihrem Ehemann Paul wurde sie dann 1937 im Zuge innerrepublikanischer Kämpfe von stalinistischen Agenten verhaftet und konnte erst nach mehreren Monaten Haft nach Frankreich ausreisen.
Porträt von Clara Thalmann, aufgenommen 1936.Wikimedia
Internationale Tagung zum Spanischen Bürgerkrieg
Am 17. Juli 2026 jährt sich der Putsch hochrangiger Generäle auf die Zweite Spanische Republik zum 90. Mal. Aus diesem Grund veranstalten das Schweizerische Sozialarchiv, die Pädagogische Hochschule St. Gallen, die Universitäten Bern, Fribourg, Genf und Zürich sowie die Humboldt-Universität zu Berlin am 19. und 20. November 2026 im Sozialarchiv in Zürich die internationale Tagung «Ninety Years Since the Spanish Civil War. Experiences, Memories, Concepts (1936–2026)». Sowohl die Tagung als auch der Abendvortrag sind öffentlich. Mehr Informationen gibt es hier: Ninety Years Since the Spanish Civil War
Das Wassersportmuseum Grünau lädt Kinder und Jugendliche zu einem partizipativen Ferienangebot zum Thema „Bewegung“ ein: Bewegung im Museum, auf dem Festland und auf dem Wasser. Mittels unterschiedlicher Methoden, insbesondere aus der bewegungsbezogenen Bildungsarbeit, erkunden die Teilnehmer:innen das Museum sowie die nahe Umgebung und experimentieren mit verschiedenen Materialien. Wie kann ich Objekte in Bewegung setzen? Lassen sich Bewegungen festhalten? Die Kinder und Jugendliche gestalten eine eigene Ausstellung in den Fenstern des frisch sanierten Kassenhäuschens an der Regattastrecke Grünau.
Das Projekt findet in den Oster- und Herbstferien 2026 sowie in den Winter- und Osterferien 2027 statt. Die Kinder und Jugendlichen sind zwischen 5 und 17 Jahren alt und kommen aus der Gemeinschaftsunterkunft Kablower Weg und der Gemeinschaftsunterkunft Wassersportallee. Das Projekt findet in Kooperation mit der DRK Müggelspree Nothilfe gGmbH und dem Ortsverein Grünau e.V. statt. Gefördert wird das Projekt durch „Museum macht stark“, einem Förderprogramm des Deutschen Museumsbundes e.V., im Rahmen der Initiative „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).
Bei der Kette, die um 1945 auf dem Olympiagelände in Berlin gefunden worden sein soll, handelt es sich um eine Amtskette für Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Die Kette läuft am unteren Ende zu Olympischen Ringen zusammen, an denen ein Anhänger angebracht ist. Den Anhänger ziert ein Portrait des Göttervaters Zeus, dem zu Ehren die Olympischen Spiele der Antike ursprünglich abgehalten worden waren. Auf den in regelmäßigen Abständen angeordneten sechs Plattengliedern der Olympischen Kette von 1936 sind olympische Sportarten wie Diskuswerfen, Speerwerfen, Reiten, Ringen, Waffenlauf und Weitsprung abgebildet. Im August 1936 – vor 90 Jahren – ¬wurden in Berlin die Olympischen Spiele ausgetragen. Berlin war schon 1916 als Austragungsort vorgesehen, der Erste Weltkrieg verhinderte jedoch die Durchführung. 1931 erhielt Berlin den Zuschlag erneut, also bevor die Nationalsozialisten die Macht übernahmen. Sie erkannten jedoch schnell, dass sie die internationale Aufmerksamkeit rund um die Olympischen Spiele für ihre eigenen Zwecke nutzen konnten: für die Etablierung und Stabilisierung der sogenannten Volksgemeinschaft und damit für die Verbreitung ihrer antisemitischen und rassistischen Ideologie. Die Amtskette war neben dem Fackellauf eine Neuerung, die in diesem Jahr für das Zeremoniell der Spiele eingeführt wurde. Vorbild für die Ketten des IOC waren Amtsketten von Amtsinhabern wie Bürgermeister oder Rektoren, die seit Ende des 19. Jahrhunderts bei feierlichen Anlässen getragen wurden. Während der Fackellauf bis heute Bestandteil der Olympischen Spiele ist, sind es die Amtsketten nicht mehr.